Programm

"200 Jahre - 100 Konzerte"
Das Programm zum Jubiläumsjahr 2010

Mit einem umfangreichen, vielfältigen Programm tritt die Städtische Musikschule Aschaffenburg im Jubiläumsjahr an die Öffentlichkeit. Die rund 150 Veranstaltungen reichen von Klassenvorspielen in der Musikschule über Vorspiele und Konzerte in Sozialeinrichtungen bis hin zu Konzerten in der Stadthalle und überregionalen Veranstaltungen wie dem Bayerischen Musikschultag, dem Unterfränkischen Musikschulfestival und einem Bildungskongress. Zu Ehren des Gründers der Musikschule ist im Schlossmuseum ab Oktober 2010 die Ausstellung "Kunst und Staatskunst - Carl von Dalberg" zu sehen.

"200 Jahre - 100 Konzerte"
Dieser Titel klingt auf den ersten Blick ebenfalls nach einer Besonderheit des Jubiläums-Jahresprogrammes. Aber diese 100 Veranstaltungen finden in dieser Form und dieser Anzahl eigentlich in jedem Jahr statt! Die vielen Klassenvortragsabende sind nicht nur ein fester Bestandteil des musikpädagogischen "Tagesgeschäftes" und für die musikalische Entwicklung der Schülerinnen und Schüler ein wichtiges Barometer - liebevoll geplant, vorbereitet und moderiert, oft mit einem thematischen Leitfaden, leisten diese Schülerkonzerte einen wichtigen Beitrag zum kulturellen Leben in der Stadt. Jedes einzelne, dargeboten in der Regel in unserem wunderschönen Konzertsaal im Hauptgebäude der Musikschule, aber auch in Kirchen, Senioren-Wohnanlagen und auf öffentlichen Plätzen in der Stadt, ist hörenswert und spannend. Gern begrüßen wir unser Publikum auch nach dem Jubiläumsjahr zu den vielen Veranstaltungen in der Musikschule.

19.02.2010 bis 21.03.2010
31. Aschaffenburger Gitarrentage
Konzerte, Workshops, Gesprächskonzert und internationaler Wettbewerb für Kammermusik mit Gitarre
Konzerte internationaler Stars der Gitarrenszene sind fester Bestandteil dieser Veranstaltungsreihe. Die Musikschule beteiligt sich mit dem traditionellen Großostheimer Gesprächskonzert und mit der Veranstaltung "An die Saiten, fertig, LOS!".
Erstmals richtet die Stadt Aschaffenburg im Rahmen der Gitarrentage den internationalen Wettbewerb für Kammermusik mit Gitarre aus. Zum Wettbewerb zugelassen werden Gitarrenensembles bzw. Kammermusikensembles mit mindestens einer Gitarre und weiteren Instrumenten und/oder Gesang. In einem öffentlichen Preisträgerkonzert werden sich die erfolgreichsten Wettbewerbsteilnehmer präsentieren.

16. und 17.04.2010
Bildungskongress des Verbandes Deutscher Musikschulen (VdM)
"Musikalische Bildung von Anfang an"
Fachvorträge, Seminare, Podiumsdiskussionen und musikalisches Rahmenprogramm
Zum Abschluss der Initiative "Musikalische Bildung von Anfang" findet am 16. und 17.04.2010 ein Bildungskongress statt, zu dem hochrangige Vertreter der Kultusministerkonferenz, der zuständigen Ministerien und des Verbandes deutscher Musikschulen (VdM) erwartet werden. Die musikalischen Umrahmungen werden ausgewählte Schülerinnen und Schüler der Musikschule gestalten.

18.04.2010, 18.00 Uhr - Konzertsaal der Städtischen Musikschule
"Halbzeit" - Musik aus den Jahren um 1910
mit Werken von Béla Bartók, Alban Berg, Paul Hindemith, Anton Webern, Charles Yves u. v. a.
Musikgeschichtlich ist der Anfang des 20. Jahrhunderts von besonderer Bedeutung: Während die Spätromantik ihren Höhepunkt überschritten hat, verharren noch einige Komponisten wie Gustav Mahler, Richard Strauss und Max Reger in diesem Gestus. Andere Komponisten jedoch verbreiten Aufbruchstimmung.
In Wien verlassen Schönberg, Webern und Berg die Tonalität vollständig. Gleichzeitig entwickelt Josef Matthias Hauer die Zwölftontechnik (erste "echte" Zwölftonkomposition 1919), die Schönberg und seine Schüler aufgreifen. Der Frankfurter Paul Hindemith wiederum komponiert aus seinem stark musikantisch geprägten Umfeld, die Besetzungen der Kammermusik werden durch ihn radikal erneuert.
Bela Bartok, Leos Janacek, Igor Stravinsky und Zoltan Kodaly entdecken den Schatz der Volkslieder ihrer Heimatkulturen und schöpfen insbesondere aus dessen rhythmischer Energie viel Kraft und Einfallsreichtum für ihre Kompositionen. In Frankreich sind die Kompositionen Claude Debussys und Maurice Ravels populär, sie repräsentieren den Impressionismus in der Musik. Jean Cocteau regt viele junge Künstler an, die Komponisten Darius Milhaud, Arthur Honegger, Georges Auric, Francis Poulenc, Germaine Tailleferre und Louis Durey (bekannt unter der Bezeichnung "Le group de six") werden von ihm gefördert. Der deutlich ältere Eric Satie mit seinen musikalischen Persiflagen und bizarren Einfälle, die letztlich im Dadaismus mündeten, wird von "Les Six" bewundert und begleitet deren Schaffensprozess als Mentor und Kritiker.
Die Städtische Musikschule freut sich anlässlich dieses Konzertes auf ein Wiedersehen mit den ehemaligen Schülerinnen Anna-Lena Denk und Johanna Baarlink. Weitere Ausführende sind Lehrkräfte der Städtische Musikschule und Gäste. Musikalische Konzeption, Einstudierung und Moderation: Walter Reiter und Jörg Fabig, Lehrkräfte an der Städtischen Musikschule

19.6.2010
Unterfränkisches Musikschulfestival
Ensembles unterfränkischer Musikschulen präsentieren sich rund um das Schöntal, unter anderem auf der Freibühne am See, in den Schöntal-Höfen und in der Sandkirche
Diese jährlich an wechselnden Orten stattfindende Veranstaltung der Arbeitsgemeinschaft Unterfränkischer Musikschulen bildet ein breites Spektrum der musikpädagogischen Arbeit ab. Es werden Bläserensembles, Bigbands, Percussionensembles, Akkordeonorchester, Gitarrenspielkreise und Solisten zum Auftritt kommen. Besonders geeignet ist für diese Veranstaltung der Park Schöntal mit den Freiluftbühnen und den umliegenden Spielstätten. Erwartet werden neben Ensembles der Aschaffenburger Musikschule Gäste aus Würzburg, Schweinfurt und weiteren unterfränkischen Kommunen.

03.07. und 04.07.2010 - Stadthalle
Musikschulfest
u. a. Aufführung der Auftragskomposition "Die Suche nach der verlorenen Melodie" von Thomas Gabriel mit über 300 Mitwirkenden
Für die Auftragskomposition konnte der spätestens seit der "Missa Mundi" für den Weltjugendtag 2005 in Köln bundesweit bekannte Komponist Thomas Gabriel gewonnen werden. Das Libretto stammt von Jörg Fabig - Inhalt der musikalischen Geschichte ist die Suche nach einer verlorenen Melodie. Alle wichtigen Klangkörper der Musikschule vom Chor bis zum Blasorchester, vom Gitarrenensemble über das Akkordeonorchester zur Samba-Schlagzeuggruppe werden auf der Bühne ihren Beitrag leisten.

09. bis 14.10.2010 - Stadttheater
Wilfried Hiller: Die Ballade von Norbert Nackendick
Ein musikalisches Bühnenstück nach einem Text von Michael Ende
Premiere: Samstag, der 09.10.2010, 6 Vorstellungen bis 14.10.2010

Das Stück ist eine Fabel über das Scheitern des Hochmuts, mit viel Humor und Scharfsinn angelegt und für Kinder wie für Erwachsene geeignet ist. "Norbert Nackendick" ist weniger eine Oper als ein Musiktheaterstück im Moritatenstil. Die Musik des Carl-Orff-Schülers Wilfried Hiller karikiert und pointiert die Handlung mit großer handwerklicher Kunst und bleibt dabei immer konkret und spannend.  
Als Regisseurin konnten wir die im Raum Aschaffenburg beheimatete Andrea Schwalbach gewinnen, die sowohl im Bereich klassische Oper wie vor allem auch im Bereich modernes Musiktheater zu den herausragenden Persönlichkeiten der bundesdeutschen Opernszene gehört und bereits an den Opernhäusern in Frankfurt, Stuttgart, Hannover und Bonn inszeniert hat.
Die musikalische Leitung übernimmt mit Andreas Lübke ein Dirigent, der Erfahrungen im Opern- und Operettenbetrieb im Theater am Gärtnerplatz in München sammeln konnte und seit einigen Jahren die Carl-Orff-Festspiele in Andechs künstlerisch betreut. Im Stadttheater Aschaffenburg hat Andreas Lübke bereits viele Male als Dirigent auf sich aufmerksam gemacht.
Das Instrumentalensemble setzt sich aus hochqualifizierten ehemaligen und noch aktiven Schülern der Musikschule zusammen. Auf der Bühne stehen etablierte Schauspieler mit regionalem Bezug sowie ehemalige Gesangsschüler der Musikschule, die sich in der Hochschulausbildung befinden.

14. bis 16.10.2010 - Stadttheater
Bayerischer Musikschultag in Aschaffenburg
Das überregionale Musikschultreffen mit Leitern, Lehrkräften, Eltern und Bildungsexperten aus ganz Bayern ist im Jahr 2010 bei der Städtischen Musikschule Aschaffenburg zu Gast, die ihr 200-jähriges Jubiläum feiert. Im Rampenlicht werden über 100 musizierende Kinder und Jugendliche stehen, die einen musikalischen Querschnitt der Musikschularbeit präsentieren. Zugleich bietet der Musikschultag fachbezogene Gespräche in Diskussionsforen und Vorträgen an.
Programm-Highlights:

  • 
Aufführung "Ballade von Norbert Nackendick" (Stadttheater)
  • Großer Festakt mit Verleihung der Carl-Orff-Medaille (Schloss Johannisburg)
  • Festkonzert mit Kammermusik aus nordbayerischen Musikschulen (Stadthalle)
  • Musik in der Stadt (Schöntal, Fußgängerzone, Markt)
  • Fachveranstaltungen rund um das Thema musikalische Bildungsarbeit an Musikschulen

23.10.2010 - Städtische Musikschule
Fränkischer Harmonikatag
Wettbewerb für Akkordeon solo und Ensemble mit Beteiligung vieler Schülerinnen und Schüler aus ganz Franken
Diese Veranstaltung findet im zweijährigen Zyklus an unterschiedlichen Orten statt und ist für Akkordeonistinnen und Akkordeonisten ein wichtiger Wettbewerb. In unterschiedlichen Altersgruppen, Kategorien und Besetzungen spielen die Schülerinnen und Schüler öffentlich vor Fachjuroren in mehreren Gremien, die die Leistungen bewerten und mit Auszeichnungen, Urkunden und Pokalen belohnen. Für Lehrerinnen und Lehrer ist der fachliche Austausch und das Kennenlernen neuer Literatur ein wichtiger Bestandteil dieser Veranstaltung, die die Vielseitigkeit und musikalische Ausdrucksfähigkeit des Akkordeons eindrucksvoll zu Gehör bringen wird.
Organisatorische Leitung: Deutscher Harmonika Verband e. V., Bezirk Franken, Claudia Hornbach

12.12.2010, 17 Uhr
Stadthalle, großer Saal
Johann Sebastian Bach: Weihnachtsoratorium, Kantaten I bis III
Dieses Standardwerk der Kirchenmusikliteratur gehört zu den beliebtesten und meistaufgeführten Oratorien weltweit. Die anspruchsvolle Chor- und Orchesterkomposition wird in einem feierlichen Festkonzert zum Abschluss des Jubiläumsjahres erklingen.
Organisation und musikalische Leitung: Stefan Claas und Andreas Lippert

Workshops und Aktionstage
Bereichert wird unser musikpädagogisches Angebot an die Schüler durch gelegentliche Workshops und Aktionstage. Ein aus dem Jahresprogramm nicht mehr weg zu denkender Baustein ist beispielsweise der Streichertag, an dem nahezu alle Schülerinnen und Schüler der Streicherklassen ein in mühevoller Arbeit an die individuellen Fertigkeiten angepasstes Programm gemeinsam mit allen Lehrkräften des Fachbereiches sorgsam einstudieren und zur Aufführung bringen. Im Jahr 2009 waren mehr als 150 Schülerinnen und Schüler beteiligt. Großer Motivationsschub geht von diesem Tag aus, gerade die Jüngeren fiebern dem großen Ereignis entgegen, und auch die Eltern verfolgen die Bemühungen voller angespannter Erwartung.

Im Bläserbereich werden regelmäßig Workshops mit externen Dozenten durchgeführt, in diesem Jahr findet ein Querflötenworkshop mit Rüdiger Jacobsen statt. Herausgelöst aus dem Alltag werden Themen wie Atmung, Spannung und Entspannung, richtiges, effektives Üben, Auftrittstraining und dergleichen mit interessierten Schülerinnen und Schülern unter Begleitung der Lehrkräfte angesprochen und individuelle Lösungsansätze verfolgt. Diese Kurse sind immer eine große Bereicherung für alle Beteiligten.

Die Aschaffenburger Jazzbigband lädt ebenfalls regelmäßig internationale Gäste als Workshopleiter und Gastsolisten ein. In den vergangen Jahren waren beispielsweise Bob Mintzer, Peter Herbolzheimer, Jiggs Whigham, Charlie Mariano, George Gruntz, Maria Schneider, Ernie Watts, New York Voices, Rob McConnell, Jörg Achim Keller und Rick Margitza zu Gast, um mit den Musikern der Bigband ein Programm einzustudieren und aufzuführen.

Im Bereich Schlagzeug wird im Jubiläumsjahr ein ganz Großer der Trommel- und Drumset-Zunft einen Workshop in Aschaffenburg abhalten: Claus Hessler, Dozent an der Berufsfachschule für Musik in Dinkelsbühl und an der Musikhochschule Frankfurt/Main, gefragter Workshop-Dozent und ausgewiesener Experte für die sogenannte "Moeller-Technik". In diesem Kurs, der sich an alle fortgeschrittenen Drummer aus den Schlagzeugklassen richtet, wird es zum einen um eben diese spezielle von Sanford A. Moeller entwickelte Schlagtechnik gehen, die bei konsequenter Anwendung ein unglaubliches Tempo und große Unabhängigkeit ermöglicht. Zum anderen wird das Übertragen der Trommel - Rudiments auf das Drumset und die Anwendung im musikalischen Zusammenhang eine Rolle spielen.
Je nach inhaltlicher Konzeption des Workshops endet dieser unter Umständen auch mit einem gemeinsamen Konzert der Teilnehmerinnen und Teilnehmer oder einem Dozentenkonzert.