Geschichte

Die Musikschule Aschaffenburg wurde 1810 gegründet und ist damit die älteste derartige Bildungseinrichtung Deutschlands.

13.11.1810 Erscheinen des ersten Stundenplans
02.08.1813 Anstellungsdekret für den "Bürgermusik-Direktor" Joseph Becker als Lehrer an der "Bürgermusikschule"
1814 Nach der Besitzergreifung Aschaffenburgs durch Bayern Unterstellung der Schule unter die neu eingesetzte Local-Schul-Kommission
15.01.1822 Gerichtlich beglaubigte Abschrift des Anstellungsdekretes Joseph Beckers
22.04.1822 Die Musikschule bekommt das untere Zimmer des Landinggebäudes als Unterrichtsraum zur Verfügung gestellt
05.11.1833 Bericht der Lokal-Schul-Kommission an die königliche Regierung
24.09.1834 Abhaltung einer Schlussprüfung
25.01.1841 "Die Bürgermusikschule" wird von der Regierung als eine "Local-Unterrichts-Anstalt" anerkannt
12.02.1841 Reorganisationsvorschlag der Regierung
1841 Aufstellung eines Etats
10.09.1841 Visitation der Schule durch die Lokal-Schul-Kommission
16.11.1841 Ernennung Adam Brands zum zweiten Lehrer an der Musikschule
13.12.1841 Schulplan Brands
24.12.1841 Veröffentlichung der vom Magistrat genehmigten Bestimmungen
16.03.1842 Veröffentlichung der neuen Statuten
Nov. 1842 Das ehemalige Stiftsschulhaus wird Musikschulgebäude
24.02.1844 Pensionierung Beckers
20.09.1847 Visitation
15.04.1855 Franz Deuerling wird zum Nachfolger Brands ernannt.
1859 - 1862 Mehrere Visitationen durch die Lokal-Schul-Kommission
1865 Übersiedlung der Musikschule in den schon Becker (1822) zur Verfügung gestellten Raum im Landingschulhaus
1868/1869 Kontroversen um die Nachfolge Deuerlings (Stift-Stadt-Staat)
22.04.1869 Eduard Rommel wird Musikschuldirektor
1871 - 1910 Errichtung weiterer Musiklehrer-Stellen
1878 Übersiedlung der Schule in das "Deutschhaus"
1879 Zustimmung des Magistrats zur Erhebung eines Schulgeldes von fünf Mark jährlich
Jan. 1900 Ernennung von Dr. Fritz Prelinger zum Musikschuldirektor
1900 Satzungen der Städtischen Musikschule
Sept. 1903 Nach vorheriger Erhöhung des Schulgeldes werden die Statuten geändert
seit 1904 Vorlage gedruckter Jahresberichte
05./06.04.1905 Visitation durch den Hofrat Dr. Karl Kliebert (Würzburg) im Auftrag der königlichen Regierung
Juli 1905 Ernennung von Hermann Kundigraber zum Direktor
Okt. 1905 Reorganisation des gesamten Unterrichtsplanes im Sinne der Prinzipien Professors E. W. Degner
1905 Einsetzung einer Musikschulkommission beim Magistrat der Stadt
1908/1909 Erwerb von drei Flügeln und zahlreichen Streich- und Blasinstrumenten
21.03.1910 Eröffnung der Musikbibliothek
1912 Angliederung einer "Solo-Gesangs-Klasse" (Leitung: Konzertsänger Heinrich Kühlborn)
14.11.1914 Weihe der von Kommerzienrat Karl Stadelmann gestifteten Walkerschen Konzertorgel
01.11.1915 Gründung der "Aschaffenburger Städtischen Musikkultur" ASTMUK
1915/1916 Chorgesang wird eingestellt
1919/1920 Etliche Veränderungen im Lehrkörper der Schule
02.12.1924 Gründung der Singschule als Abteilung der Musikschule
1925/1926 Errichtung einer Seminarklasse für werdende Musikerzieher
1933 Die Kritik der "Aschaffenburger Volkszeitung" an der Wagner-Gedenkfeier der Schule wird vom Direktor zurückgewiesen - zugleich lobt dieser den "kulturpolitischen Willen" und die "Bildungsideale" der NS-Bewegung.
1933/1934 Aufführung der "Grünewald-Symphonie" Hermann Kundigrabers
05.12.1935 Der Singschulbetrieb wird eingestellt.
Regimentsmusiker der Reichswehr treten in die Schule ein.
1934/1935 Die ASTMUK wird eine Leistungsgruppe der NS-Kulturgemeinde
Okt./Nov. 1935 125-jähriges Jubiläum mit mehreren Konzerten
1935/1936 Einführung des "Handharmonika"-Unterrichts
1936/1937 Wiederaufnahme des Flöten- und Kontrabaß-Unterrichts
21.05.1937 Endgültige Eingliederung des ASTMUK in die "Kulturgemeinde"
1939 Zum Ende des Schuljahres tritt Direktor Kundigraber nach 34-jähriger Tätigkeit in den Ruhestund - mit Beginn des Schuljahres.
1939/1940 tritt Dr. Karl-Friedrich Leucht die Nachfolge Kundigrabers an.
1939/1940 Die Pläne Dr. Leuchts zur Reorganisation der Schule werden durch den Ausbruch des 2. Weltkrieges nicht realisiert.
18. - 20.03.1940 Prüfungen in allen Instrumentalfächern
02.12.1940 Die "Deutsche Arbeitsfront" errichtet durch ihre NSG (Nationalsozialistische Gemeinsachaft, Anm. d. Red.) "Kraft durch Freude" im Rahmen der Musikschule eine Musikstätte.
01.11.1944 An der Musikschule wird eine "Musiklehreinheit der HJ (Hitler-Jugend)" eingerichtet.
1942 - 1944 Trotz Kriegszeiten reger Unterrichtsbetrieb mit vielen Schulkonzerten bzw. Vorspielabenden, auch Konzerte in Verbindung mit der Aschaffenburger "Konzertgemeinde". Häufiger Wechsel der Lehrkräfte wegen Kriegsdienstverpflichtung. Auch Dr. Leucht wurde häufig dienstverpflichtet, während seiner Abwesenheit leitet Oberlehrer Knöchel die Schule.
29.06.1944 Letztes Schüler-Vorspiel. Es gab noch 341 Neuanmeldungen für das Schuljahr 1944/45
Sept. 1944 Auf Anordnung der Reichsregierung werden wegen Ausrufung des "Totalen Krieges" alle "Fach- und Kunstschulen" im Reich geschlossen. Auch die Aschaffenburger Schule stellt ihren Lehrbetrieb ein.
Jan. - März 1948 Schriftwechsel und Besprechung zwischen Lehrkräften der Schule und Stadtverwaltung wegen Wiedereröffnung der Schule.
14.07.1948 Stadtratsbeschluss zur Wiedereröffnung
15. / 21.07.1948 Wiedereröffnung vorläufig verschoben
Sept. 1959 Oberbürgermeister Dr. Schwind beauftragt Herrn Dr. Leucht mit dem Aufbau der Städtischen Singschulklassen, im Wesentlichen ausgerichtet nach den Grundsätzen der Albert Greiner Singschule (Augsburg); in der Folgezeit Einrichtung mehrerer Instrumentalklassen.
Sept. 1982 Die Musikschule bezieht das Gebäude des ehemaligen Kinderheimes an der Kochstraße.
01.09.1984 Kommunalisierung der Musikschule, Einstellung eines hauptamtlichen Leiters und sieben hauptamtlicher Lehrkräfte.
01.01.2010 Zwei hauptamtliche Schulleiter (Kulturamtsleiter und Geschäftsführender Leiter) 58 Lehrkräfte, 2 Verwaltungsangestellte, ca.1600 Schüler, Unterrichtsangebote im Vokalbereich und in allen Streich-, Blas-, Tasten-, Zupf- und Schlagzeuginstrumenten, darüber hinaus umfangreiche Angebote im Bereich Elementare Musikerziehung (für Kinder im Alter von 18 Monaten bis 6 Jahre) und zahlreiche Ensemblemöglichkeiten - vom Streich- und Blasorchester über Kammermusik und Chor bis hin zu Jazz-Combo, Bigband und Rockband

Zusammengestellt von Wolfgang Hild aus Akten des Staatsarchivs Würzburg, des Stadt- und Stiftsarchivs Aschaffenburg und den Chroniken von Hermann Kundigraber 1910 und 1935. Stand: 1.1.2010

Eine ausführliche Geschichte der Musikschule Aschaffenburg können Sie hier downloaden (PDF 2,7MB)